Auftakt ins Jubiläumsjahr: 60 Jahre Lebenshilfe St. Wendel

Mit einem feierlichen Festakt eröffnete die Lebenshilfe St. Wendel am Freitag, 23. Januar 2026, ihr Jubiläumsjahr zu ihrem 60-jährigen Bestehens. In der Sporthalle der Kindertagesstätte „Haus Klaus Schreiner“ kamen zahlreiche Gäste aus Politik, Gesellschaft sowie aus den Einrichtungen der Lebenshilfe St. Wendel zusammen. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt – ein deutliches Zeichen der großen Verbundenheit mit der Lebenshilfe.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von den Kindern der Integrativen Kindertagesstätte. Mit ihren Begrüßungsliedern hießen sie die Gäste herzlich willkommen und machten von Beginn an spürbar, wofür die Lebenshilfe seit 60 Jahren steht: für gelebte Inklusion, Vielfalt und Gemeinschaft.

Im Anschluss würdigten Minister Dr. Magnus Jung, Landrat Udo Recktenwald und Bürgermeister Peter Klär in ihren Grußworten die Lebenshilfe St. Wendel als einen bedeutenden sozialen Träger im Saarland und im Landkreis St. Wendel. Sie betonten die wichtige Rolle der Lebenshilfe für Teilhabe, Unterstützung und Selbstbestimmung von Menschen mit Unterstützungsbedarf.

Seit der Gründung im Jahr 1966 begleitet die Lebenshilfe St. Wendel Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Unterstützungsbedarf in unterschiedlichen Lebensphasen – von der Frühförderung über integrative Bildungsangebote bis hin zu Wohn-, Arbeits- und Freizeitmöglichkeiten. Diese eindrucksvolle Entwicklung, prägende Wegmarken dabei, sowie aktuelle und zukünftige Herausforderungen bildeten einen zentralen thematischen Schwerpunkt des Festakts.

Einen besonderen inhaltlichen Akzent setzte der Festvortrag von Peter Müller, Ministerpräsident a.D. und Richter am Bundesverfassungsgericht a.D. Unter dem Titel „Die Menschenwürde ist unantastbar – Auftrag oder Fiktion“ beleuchtete er in seiner kurzweiligen Rede aus verfassungsrechtlicher und gesellschaftlicher Perspektive die Bedeutung von Menschenwürde, Teilhabe und Verantwortung – Themen, die eng mit der Arbeit der Lebenshilfe verbunden sind.

Musikalisch wurde der Festakt durch mehrere inklusive Beiträge untermalt. Alina und Tim präsentierten unter anderem die Lieder „Lebenslang“ und „Frei“, die die zentralen Werte der Lebenshilfe aufgriffen. Einen weiteren künstlerischen Akzent setzte Peter Geiß, Mitarbeiter der Tagesförderstätte, mit dem Song „Wunder“.

Moderator Michael Ewig bat zu einer Talkrunde Menschen aus der Lebenshilfe auf die Bühne, die ihre persönlichen Eindrücke und ihren Bezug zur Lebenshilfe vorstellten.

Michael Kolschewski, Leiter der Familienhilfestelle berichtete von den Anfangszeiten seiner beruflichen Laufbahn in der Therapeutischen Wohngruppe, Melitta Peiffer schilderte als langjährige Mitarbeiterin die Entwicklung der Interdisziplinären Frühförderung. Sabrina und Torsten Jung, ein verheiratetes Paar aus dem Bereich des Selbstbestimmten Wohnens, erzählten von ihrem Leben, ihren Wünschen und ihrem Alltag.

Jonny Haupt stellte seine Eindrücke als Azubi in der Lebenshilfe vor und Patricia Rammacher schilderte stellvertretend für die Angehörigen ihre Erfahrungen mit der Lebenshilfe und ihr ehrenamtliches Engagement im Vorstand.

Ein weiterer besonderer Moment war die Verleihung der Ehrenmedaille der Lebenshilfe an langjährige ehrenamtliche Wegbegleiter in den Gremien. Ausgezeichnet wurden Rudi Schmidt, Sigrid Morsch, Karl Rauber und Horst Schreiter.

Der gesamte Festakt war geprägt von einer wertschätzenden, festlichen Atmosphäre. Beim anschließenden Ausklang nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum Austausch. Für das leibliche Wohl sorgte die Küche der Lebenshilfe mit einer Vielzahl an Köstlichkeiten – ein gelungener Abschluss eines besonderen Tages.

Dieser gelungene Auftakt des Jubiläumsjahres macht deutlich, wofür die Lebenshilfe St. Wendel seit 60 Jahren steht: für Teilhabe, für Gemeinschaft und für die feste Überzeugung, dass jeder Mensch wertvoll ist und seinen Platz in der Mitte der Gesellschaft hat.